Frey verpasst absolute Mehrheit knapp

Stichwahl um den Posten des Ortschefs: Amtsinhaber Gerhard Frey (FDP) hat gestern bei der Bürgermeisterwahl in Neuhofen mit 48,2 Prozent der abgegebenen Stimmen zwar das beste Ergebnis erzielt, aber die erforderliche absolute Mehrheit knapp verpasst. In der Stichwahl am 25. Januar tritt Frey gegen den SPD-Kandidaten Heinz Müller an, der 28,6 Prozent holte. Der unabhängige Kandidat Frank Markgraf erreichte 23,2 Prozent.
Foto: Rheinpfalz: Lenz (2), privatFoto: Rheinpfalz: Lenz (2), privat
Als Wahlleiter Hans Geiger (CDU) das vorläufige amtliche Endergebnis verkündete, standen die Zeiger der Uhr im Wahllokal in der Rehbachhalle auf 18.59 Uhr. Doch bereits eine halbe Stunde zuvor hatte immer wieder das Wort Stichwahl unter den zahlreichen Neugierigen in der Sporthalle die Runde gemacht. Obwohl er die direkte Wiederwahl im ersten Anlauf verpasst hatte, nahm Amtsinhaber Gerhard Frey (FDP) das Resultat mit einem Lächeln zur Kenntnis: „Es ist ein sehr gutes Ergebnis, auch wenn es nicht ganz zur absoluten Mehrheit gereicht hat. Aber wenn drei Kandidaten antreten, ist üblicherweise von einer Stichwahl auszugehen.“ In der Endabrechnung fehlten Frey 67 Stimmen zur absoluten Mehrheit, die bei 1822 Wählerstimmen gelegen hätte: 1755 Neuhofener stimmten für den Amtsinhaber, 3642 der insgesamt 3658 abgegebenen Stimmen waren gültig. Frey sagte, er sehe das Ergebnis als Bestätigung für die Politik, die er in den vergangenen acht Jahren gemacht habe: „In den nächsten beiden Wochen werde ich versuchen, so viele Wähler wie möglich zu überzeugen, dass es richtig ist, diese Politik fortzusetzen“, sagte der FDPMann, der von der CDU unterstützt wird. Mit sichtlicher Erleichterung nahm SPD-Kandidat Heinz Müller die Zahlen auf: „Ein Etappenziel ist erreicht. Ich bin froh, dass ich das Ergebnis zwischen Frank Markgraf und mir noch drehen konnte.“ Eine RHEINPFALZ-Umfrage im Dezember hatte den unabhängigen Kandidaten vier Prozentpunkte vor dem SPDMann gesehen. Dass schließlich doch 1041 und damit knapp 200 Bürger mehr für ihn stimmten als für Markgraf, sah Müller weniger in seiner Parteizugehörigkeit als in seinen persönlichen Besuchen und Vorstellungsrunden bei den Bürgern begründet. Der SPD-Mann kündigte an, in den kommenden zwei Wochen besonders um die Stimmen derjenigen zu werben, die gestern für den unabhängigen Kandidaten gestimmt haben: „Ich hoffe, dass es mir gelingt, die Wähler von Frank Markgraf an mich zu binden.“ Der politische Quereinsteiger Markgraf machte gestern indes keinen Hehl daraus, wem er bei der Stichwahl am 25. Januar die Daumen drückt: „Meine persönliche Meinung ist, dass in Neuhofen Stillstand herrscht. Wenn die Bürger den Wandel wollen, dann ist Heinz Müller am 25. Januar die bessere Wahl.“ 846 Wahlberechtigte stimmten für Markgraf. Grund genug für den 49-Jährigen, gestern noch vor Verkündung des Endergebnisses bei einer Wahlparty in den eigenen vier Wänden die Sektkorken knallen zu lassen – nicht zuletzt als Dankeschön für die Unterstützung durch seine Helfer in den vergangenen Wochen. Auf der politischen Bühne will sich der Elektromeister aber künftig trotz seines respektablen Abschneidens nicht weiter engagieren. Er sei angetreten, um Bürgermeister zu werden und habe seine Kandidatur nicht als Sprungbrett für eine Karriere in der Kommunalpolitik betrachtet, unterstrich der 49-Jährige. (spk)