Ein deutlich verjüngter Neuhofener Gemeinderat wählte bei seiner konstituierenden Sitzung Hans Geiger (CDU) wieder zum Ersten Beigeordneten. Auch Ralf Marohn (FDP) führt sein Amt als Beigeordneter weiter.
Foto: LenzDas Abstimmungsergebnis machte die Machtverhältnisse in Neuhofen deutlich: SPD-Kandidat Roland Brendel unterlag bei seiner Bewerbung um den Stellvertreter-Posten des Bürgermeisters, sein Parteikollege Heinz Müller verlor gegen Ralf Marohn – in beiden Fällen mit zehn zu zwölf Stimmen. „Die SPD ist mit über 46 Prozent als stärkste Fraktion gewählt worden. Daraus leiten wir das Recht ab, aus unseren Reihen einen Beigeordneten zu stellen“, begründete Fraktionschef Brendel seine Kandidatur. Für Unmut bei den Sozialdemokraten sorgte die Verteilung der Geschäftsbereiche. Wie schon in der vergangenen Legislaturperiode wurden Hans Geiger die Arbeitsgebiete Wasserwirtschaft, Schulen und Kindertagesstätten sowie Sport übertragen. Ralf Marohn betreut weiterhin die Feuerwehr und befasst sich mit dem Friedhofswesen sowie landwirtschaftlichen Belangen. Auch da sah Brendel ein deutliches Ungleichgewicht und forderte eine neue Zuordnung. Nach seiner Erfahrung sei der Erste Beigeordnete mit dem Bereich der Wasserwirtschaft hinreichend ausgelastet, deshalb schlug er eine Umverteilung vor. Im Übrigen übernehme der Bürgermeister zu viele Ressorts, etwa Kultur und Veranstaltungen, Jugend sowie Verkehr. Einer neuen Zuordnung der Aufgabengebiete widersprach CDU-Fraktionsvorsitzender Rainer Delventhal. Nach seinen Worten sei es wenig sinnvoll, dies zu ändern, da sich Geiger „hervorragend“ in seine Geschäftsbereiche eingearbeitet habe. Auch Bürgermeister Gerhard Frey (FDP) ließ den Einwand nicht gelten, er übertrage zu viele seiner Aufgaben den Mitarbeitern in der Verwaltung: „Wenn meine Mitarbeiter hierfür Verantwortung übernehmen, bedeutet dies auch Wertschätzung." Für die beiden Beigeordneten, die mit Übertragen der Geschäftsbereiche ihr Ratsmandat aufgeben müssen, rückten Herbert Hohlweg (CDU) und Birgit Kaller (FDP) nach. Sieben bisherige Mandatsträger gehören dem neuen Gemeinderat nicht mehr an, deren Engagement Bürgermeister Frey mit einer Urkunde gewürdigt hat. Besonderer Dank galt den beiden „Urgesteinen“ Bernhard Hesse und Hubert Wystrichowski (beide CDU), die aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl angetreten waren. Deren langjähriges Wirken habe das Gemeinwesen entschieden bereichert, hob Frey hervor. (bmx)