Kampf gegen das Hochwasser
Mehrere Hochwasserschutz-Projekte in Neuhofen kommen in die heiße Phase: Im nächsten Jahr soll laut Bürgermeister Gerhard Frey (FDP) der Südteil des Deichs am Rehbachpolder sicherer gemacht werden. Die Kosten trägt zu 80 Prozent das Land, den Rest übernimmt der Gewässerzweckverband Rehbach- Speyerbach. Außerdem soll der Rheinhauptdeich verlegt werden. Bei einer Einwohnerversammlung wird die Gemeinde morgen über dieses Thema informieren.
Das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung und den Ausbau der Süd-Deiche am Rehbachpolder läuft. „Die Standsicherheit der Dämme muss gesichert sein“, betont Bürgermeister Frey. Bis zum 2. Dezember können Interessierte die Unterlagen für das Projekt in der Bauabteilung des Rathauses einsehen, bis zum 16. Dezember können nach den Worten des Bürgermeisters Einwände vorgebracht werden. Frey ist davon überzeugt, dass die Maßnahmen die Hochwasser-Situation bei extremen Regenfällen in Neuhofen deutlich entschärfen. In einem ersten Abschnitt soll 2010 der Rehbach-Deich von der Kreisstraße bis zum Kindergarten sicherer gemacht werden. Der soll dann laut Frey nicht mehr im Überflutungsbereich liegen. Im Zuge der Deicherhöhung müssten auf einer Seite der Überflutungsfläche Bäume entfernt werden, weil die laut Experten die Stabilität des Deiches gefährden würden. Der Rehbach- Deich soll in weiteren Schritten bis zum Schöpfwerk am Rhein um ungefähr einen Meter erhöht werden.
Hintergrund:
Hohe Grundwasserstände, überlastete Bachläufe und Gräben auf der so genannten Frankenthaler Terrasse und in der Rheinniederung – das waren für den Gewässerzweckverband Isenach-Eckbach und die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd mehrere Anlässe, ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für das Einzugsgebiet erstellen zu lassen. Zentraler Teil der Pläne ist die so genannte Südspange. Wasser aus der Frankenthaler Terrasse soll künftig auch über den Rehbach bei Neuhofen in den Rhein abgeleitet werden – um die Abflusssituation in dem Gebiet zwischen B 9 und A 61 zu verbessern. Anders gesagt: Die Südspange soll als etwa acht Kilometer langer Graben, um dessen Verlauf es viele Diskussionen gab, den Floßbach mit dem Rehbachsystem verbinden. Wegen des geringen Gefälles kam es auf der Frankenthaler Terrasse nach starken Niederschlägen immer wieder zu hohen Wasserständen, Überschwemmungen von Ackerland und nassen Kellern. Neuhofens Bürgermeister Gerhard Frey (FDP) forderte in diesem Zusammenhang, dass es auch eine Verbesserung für seine Gemeinde geben müsse. Hochwasser gab es zuletzt im März 2006. Richtig heftig war es 1988, als der Bereich südlich des Sommerdamms geflutet wurde. Der Gemeinde Neuhofen soll es laut Frey künftig erlaubt sein, vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Rehbach in den Rhein zu schöpfen. Dafür soll ein Schöpfwerk den Betrieb aufnehmen. Die zwei Kubikmeter Wasser abgezogen, die von der Frankenthaler Terrasse pro Sekunde in den Rehbach fließen, mache Neuhofen also zwei Kubikmeter Wasser Gewinn, so Freys Rechnung. Sogar wenn der Rhein Hochwasser habe, dürfe gepumpt werden. Ein weiterer Effekt dieser Entwicklung ist, dass künftig mehr Wasser in den Rhein fließt. Deshalb muss laut Frey zusätzlicher Rückhalteraum für den Rhein geschaffen werden. Aus diesem Grund muss der Rheinhauptdeich zurückverlegt werden.